Die einen halten Burnout für eine Modediagnose, die anderen für das definierende psychische Leiden der Leistungs- und Informationsgesellschaft. Im ICD, dem verbindlichen internationalen Diagnosekompendium der WHO, taucht das Burnout-Syndrom (noch) nicht als Erkrankung auf. "Nur" eine Erschöpfungsdepression - oder eine eigenständige Krankheit der Psyche? Die Fachwelt ringt um Einverständnis hinsichtlich Definition und Diagnosekriterien.

Empfangen und Senden nonstop

Meinungsverschiedenheiten unter Experten sind das eine. Wer einfach nicht mehr kann, wer sich als ausgebrannt wahrnimmt, hat eine Ahnung, was Burnout bedeutet. Und egal, welche Bezeichnung man wählt: Im Job und/oder im Leben auszubrennen ist heute eine reale(re) Gefahr als je zuvor. Auch im Coaching geht es immer wieder darum, die Zeichen einer Erschöpfung für sich zu deuten und sich die mögliche Symptome nicht einfach schönzureden.

Der (klemmende) Aus-Schalter

Alle fünf Minuten E-Mails checken, in jedem unbeschäftigten Moment zum Smartphone greifen: Vermutlich trägt unser Umgang mit den Technologien, die unseren Alltag strukturieren, mittlerweile Züge einer Sucht. Immer an alles denken, aber an nichts richtig: In diesem Modus operieren wir, gezwungenermaßen ebenso wie aus schlechter Gewohnheit.
Einen guten Umgang mit den technischen Errungenschaften zu finden und eigene Grenzen zu setzen, kann ein Aspekt eines Coachings sein (und ist es immer häufiger)

Was macht wirklich noch Spaß?

Sicher, in einer verantwortlichen Position gibt es viel zu tun. Es liegt in der Natur der Sache, dass dadurch die Möglichkeiten von Freizeit und Familienleben, die Pflege sozialer Kontakte eingeschränkt werden. Aber Studien bestätigen, was jedem schwant: Die Produktivität erhöht sich keineswegs proportional mit der Anzahl der im Job verbrachten Stunden. Ist es vielleicht so, dass wir andere Lebensbereiche nicht mehr als Quellen von Freude wahrnehmen können? Erleben wir sie als zusätzliche Aufgaben, vor denen das ausgelaugte Selbst in den gut abgesteckten Bereich der Arbeit flieht?

Stille?

Auch die Stille fühlt sich in den unterschiedlichen Stadien von Erschöpfung entgegen dem Klischee oft nicht mehr gut an. Und doch brauchen wir sie, um auf Dauer mehr zu sein als ein Arbeitstier. Ebenso wie Familie, Freunde, zielloses Unterwegssein, unabgelenktes Tätigsein, Gespräche ohne Unterbrechung, regelmäßige leckere Mahlzeiten, genügend Schlaf. Alles Dinge, die vielen von uns einer vergangenen Epoche anzugehören scheinen.

Bis in die Nacht im Büro bleiben oder Freunden gemeinsam geplante Aktivitäten regelmäßig absagen: Burnout kann verschiedene Gesichter haben. In meinen nächsten Beiträgen möchte ich Sie deshalb ermuntern, die Zeichen von Erschöpfung bei sich oder anderen ernst zu nehmen und gegenzusteuern oder anders gesagt: den Plan für ein gutes Leben nicht ewig auf die lange Bank zu schieben, sondern mehr Eigenverantwortung zu übernehmen für einen guten Umgang mit sich und anderen.

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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