Erst einmal wünsche ich Ihnen ein Frohes Neues.

Was haben Sie sich vorgenommen für 2016? Gehört ihr Vorsatz vielleicht auch zur Hitliste der guten Vorsätze, die angeführt wird vom Wunsch "Stress zu vermeiden"? Dann sind Sie hier richtig, denn meine neue Blogserie widmet sich exakt diesem Thema.

Was ist eigentlich Stress?

Darauf gibt es viele Antworten, abhängig davon, wen Sie fragen. Mediziner werden Ihnen etwas vom chronisch erhöhten Cortisolspiegel und seinen kritischen Folgen für die Gesundheit erzählen. Entwicklungsbiologen werden vielleicht das Allostase-Konzept erwähnen, demzufolge die körperliche Stressreaktion eine nützliche evolutionäre Errungenschaft ist – insofern, als sie Sie in die Lage versetzt, nicht nur auf aktuelle, sondern auch auf für die Zukunft vorausgesehene Herausforderungen zu reagieren.

Psychologen schließlich werden von Stressoren und Reaktionen sprechen, von einer Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Umwelt und den eigenen Resourcen, von Bedrohung des Selbst und von der Schlüsselrolle, die die kognitive Bewertung dabei spielt. Vielleicht werden sie auch sagen, dass es das Konzept erst seit den 1930er Jahren gibt, und dass über die Definition von Stress (wie Sie vielleicht schon geahnt haben) bislang nicht wirklich Einigkeit besteht.

Unklares Konzept. Doch jeder weiß, was gemeint ist

Trotzdem hat die Idee “Stress” unsere Welt im Sturm erobert – offenbar beschreibt sie etwas weit Verbreitetes, für das es zuvor keine Beschreibung gab. Wer hat heute keinen Stress, ist nicht im Stress oder setzt sich unter Stress? So gut wie niemand. Und jeder meint genau zu wissen, was Stress bedeutet – ist aber im Gebrauch des Wortes doch relativ unpräzise.

Eine Belastung – ein Gefühl – eine Einstellung

1. Wenn wir sagen “Ich habe Stress” - dann bezieht sich Stress auf die Auslöser unserer Reaktion: viel Arbeit, Prüfungen, Ärger mit dem Chef, finanzieller Druck...

2. Sagen wir “Ich bin im Stress”, ist der Stress eher unsere Reaktion auf die Belastungen: wir sind nervös, geistesabwesend, gereizt, schlaflos, verspannt...

3. Und ein Satz, der mit “Ich setze mich selbst unter Stress, indem...” anfängt, befasst sich ganz sicher mit inneren Einstellungen und persönlichen Wahrnehmungen: mit Perfektionismus, Pessimismus, einem Mangel an Gelassenheit.

Der Begriff Stress umspannt also drei verschiedene Ideen: Die Stressauslöser (Punkt 1), die Stressreaktionen (Punkt 2) und gewisse Stressverstärker – vorgefasste Haltungen und Denkmuster, die manchmal auch mit dem Begriff Kognitionen bezeichnet werden (Punkt 3). Letztere sind das Bindeglied zwischen Stressauslösern und Reaktionen – sie sind es im Grunde, die den Stress oft erst zum Stress machen.

Mit den Stressauslösern befasse ich mich im nächsten Beitrag. Denken Sie schon einmal darüber nach, welche Ihre sind ...

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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