Mit dem Stress ist es seltsam. Wir machen ihn uns selbst (jedenfalls oft) – und doch hat er uns vollkommen im Griff. Im letzten Teil der Stress-Serie möchte ich andeuten (viel mehr ist in einem Blogbeitrag kaum machbar), wo und wie man dieses Band durchschneiden kann.

Genau genommen an drei Stellen: bei den Stressoren, bei den Stressverstärkern und bei den Stressreaktionen. Alle drei Aspekte von Stress habe ich in den vorigen Beiträgen beleuchtet. Gert Kaluza nutzt hier die Begriffe instrumentales Stressmanagement, mentale Stresskompetenz und regenerative Stresskompetenz.

Instrumentales Stressmanagement – den Stress gar nicht erst entstehen lassen

Hierhin gehört das Offensichtliche: Terminkalender ausdünnen, delegieren, Arbeit strukturieren, Prioritäten setzen, nein sagen lernen.

Die Möglichkeit der Einflussnahme auf Stressoren ist allerdings naturgegeben beschränkt, zumal ja fast alles potentiell zum Stressor werden kann. Manche Dinge können Sie nicht wegorganisieren, sollten und wollen es vielleicht auch gar nicht. Und die Unwägbarkeiten des Alltags haben ohnehin die Angewohnheit, uns kalt zu erwischen. Daher ist es unbedingt sinnvoll, auch an der persönlichen Stresstoleranz zu arbeiten.

Mentale Stresskompetenz – dem Stress den Hahn abdrehen

Mentale Stresskompetenz erwerben bedeutet, stresserzeugende Einstellungen und Denkmuster selbstkritisch zu reflektieren, sich der Automatismen bewusst zu werden, die immer wieder das Gefühl von Gestresstsein aufkommen lassen. Und diese Muster aufzubrechen, Bewertungen zu überdenken und stresserzeugenden Einstellungen aktiv mit etwas Neuem zu begegnen.

Hier ist positives Denken gefragt, kreatives Umbewerten, Akzeptanz unveränderlicher Gegebenheiten, Nachsicht mit den eigenen Grenzen. Kurz: So etwas wie eine neue Einstellung zum Leben. Der Weg der Akzeptanz ist letztlich der vielversprechendste für den langfristig positiven Umgang mit Stress.

Regenerative Stresskompetenz – Stressfolgen mildern

Stress neigt auch deshalb dazu, sich zu perpetuieren, weil wir, einmal gestresst, alles andere als auf der Höhe unseres geistigen und körperlichen Potentials sind. Mit der Fähigkeit, körperlichen und psychischen Stressreaktionen zu begegnen, abzuschalten und sich wirklich nachhaltig zu erholen, steht und fällt der nächste Tag, die nächste Woche, langfristig die eigene Gesundheit.

Stichworte zum Thema: Körperliche Bewegung, Entspannungstechniken erlernen, Ausgleich schaffende Aktivitäten, Hobbys, Spaß, Genussfähigkeit, genügend Schlaf. Aktive Entspannung begegnet dem Gefühl von Angespanntheit und innerer Unruhe meist effizienter als passive. Aber was für Sie wirklich funktioniert, wissen Sie selbst am besten – jetzt müssen Sie es nur noch machen.

Aufgaben meistern, das Leben genießen

Wie ist es bei Ihnen um die drei beschriebenen Punkte bestellt? Wo sehen Sie Ihre Stärken, wo Ihre Defizite? Was möchten Sie anders im Sinne von besser machen?

Auf jeden Fall lohnt es sich mal genauer hinzuschauen, wie viel vom eigenen Gestresstsein “hausgemacht” ist – und auf unausgelotete Denk- und Handlungsspielräume, die Ihnen dazu verhelfen können, wieder mehr Freude am Leben (und ja, auch an der Arbeit) zu haben.

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

Sie haben weitere Fragen? Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.