Abermals 9 Stunden im Büro verbracht und wieder die wirklich wichtigen Dinge nicht geschafft? Schuld sind nicht (immer) die endlosen Meetings, sondern häufiger die eigene (negative) Haltung zu den bevorstehenden Aufgaben.

Dazu gesellen sich dann auch gerne Zerstreuungen, wie Mailchecken, Grübeleien, wenig zielorientierte Recherchen im Internet und andere Aktivitäten, die sich ohne weiteres zu einem ganzen Arbeitstag summieren können.

Ist Prokrastination eine Arbeitsstörung?

... wie es so viele behaupten? In manchen Fällen kann sie jedenfalls ordentlich am Selbstwertgefühl nagen (und auch an der Karriere!). Wenn jemand vor den Ablenkungen seiner Umwelt vollends kapituliert, macht es vielleicht Sinn, von einer Arbeitsstörung zu sprechen. Das Wort dafür ist Prokrastination und bedeutet nichts anderes als “für morgen lassen”. Natürlich ist Prokrastination nichts in dem Sinne Neues. Wie viele Menschen aber besonders darunter leiden – das scheint wirklich neu zu sein.

Neigung zum Aufschieben steckt uns in den Genen

Hinter der fehlenden Beharrlichkeit steckt aber auch etwas ganz Unschuldiges, zum Beispiel das Bedürfnis nach Arbeitsersparnis und sofortigen Gratifikationen, die quasi Teil unserer menschlichen DNA sind und uns deshalb so anfällig für digitale Verführungen machen.

Bessere Selbststeuerung kann man lernen

Den Weg zu besserer Selbststeuerung kann man (angeblich) in eigener Regie in Angriff nehmen (im Netz finden sich aktuell 81 Ratgeberbücher zum Thema Prokrastination, darunter auch ein Antiratgeber von Sascha Lobo, den ich bei dieser Gelegenheit ausdrücklich empfehle). Von meinen Klienten höre ich allerdings oft, dass die (anderen) wohl gemeinten Ratschläge und Zeitmanagementmethoden gerade bei Aufschiebern auf eher fruchtlosen Boden fallen, da sie sich definitiv nicht mit einer To Do Liste austricksen lassen. Gerade sie zählen ja nicht zu den Planerledigern, sondern lassen es lieber mal drauf ankommen. Das bestätigt auch meine Erfahrung im Coaching. Es gibt kaum einen gemeinsamen Nenner unter den Aufschiebern, jeder hat sein sehr individuelles Muster und eigene Strategien herausgebildet. Deshalb hat sich auch zum Thema Prokrastination ein Blick auf die eigene Haltung und Werte mehr als alles andere bewährt.

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 750 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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