Das hat sich auch die US-amerikanische Unternehmensberatung Bain gefragt und hat in einer Studie zum Zeitmanagement "Managing Your Scarcest Resource" untersucht, womit Führungskräfte von 17 amerikanischen Unternehmen vom Teamleiter bis zum Vorstand ihre Arbeitszeit verbringen. Fast ein ganzer Arbeitstag pro Woche wurde demnach auf E-Mails verwendet, und mehr als zwei Tage auf Sitzungen und Konferenzen.

"Wenn Zeit tatsächlich Geld wäre und entsprechend bilanziert würde," so Bain-Mitarbeiter Greg Caimi, einer der Studienautoren, "würden viele Unternehmen riesige Defizite schreiben. Organisationen müssen auch ihren Zeithaushalt prüfen und strenge Kontrollen installieren, um die grassierende Verschwendung dieser immer wertvolleren Ressource zu stoppen."

Das erfordert ein wirkliches Umdenken. Nicht nur die äußeren Umstände leisten der Zeitverschwendung Vorschub – Führungskräfte erhalten im Schnitt jährlich 30.000 externe Anfragen, meist in Form von E-Mails, während in den 1970er Jahren nur etwa 1000 Kommunikationen zu beantworten waren. Auch in der Kultur vieler, gerade größerer Unternehmen gibt es die Tendenz, der Beschäftigung mit internen Fragen unnötig viel Zeit einzuräumen.

Die Berater listen Strategien gegen die "Todsünden des Zeitmanagements" auf. Unter anderem empfehlen sie das konsequente Protokollieren und Limitieren der in Meetings und mit E-Mails verbrachten Zeit. So soll die wertvolle Resource wieder dorthin gelenkt werden, wo sie ein Unternehmen wirklich voranbringt: In extern fokussierte, kundenorientierte Aufgaben.

Auch im Coaching geht es immer häufiger um einen (gesunden) Umgang mit der E-Mailflut. Mit bis zu 350 E-Mails am Tag kämpfen manche Kunden. Das kann nicht gutgehen. Gehen Sie doch einmal ganz bewusst durch Ihren Posteingang der letzten Tage. Welche Mails hätten vermieden werden können? Was hätten Sie selbst dazu beitragen können? Welche Werbemails können Sie guten Gewissens abbestellen? Wann müssen Sie tatsächlich in cc oder bcc gesetzt werden? Ich habe diesen Artikel übrigens auch selbst genutzt, noch einmal kräftig auszumisten ... eine Wohltat!

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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