Im vorigen Beitrag ging es um die Auslöser von Stress, die Stressoren. Heute geht es um Stress-Symptome. Woran erkenn ich überhaupt, dass ich Stress habe? Viele Klienten kommen zum Beispiel in meine Praxis und beschreiben, dass sie sich nur noch schwer auf Dinge konzentrieren können und nicht wüssten, woran das läge. Natürlich gibt es auch die Fraktion, die ihr Im-Stress-Sein sehr wohl reflektiert. Manchmal sogar zelebriert.

Aber nicht wenige Menschen, die an Stress infolge von Überlastung leiden, missverstehen Stress-Symptome als Zeichen eines körperlichen Leidens. Und das ist auch nicht erstaunlich, denn Stress kann körperliche Krankheiten (mit-)verursachen.

Körperliche Effekte der Stresshormone Adrenalin, Cortison & Co

In körperlichen oder geistigen Belastungssituationen sollen Stresshormone uns fit für kurz- oder längerfristig antizipierte Herausforderungen machen. Bei akutem Stress steigt der Adrenalinspiegel – und sorgt für erhöhten Blutfluss, verlangsamte Verdauungstätigkeit und geistige Alertheit. Bei chronischem Stress “übernimmt” das Stresshormon Cortisol. Der erhöhte Cortisol-Spiegel ist dabei weniger Fitmacher als Verwalter einer Situation, die Körper und Gehirn als chronischen Zustand von Mangel und Bedrohung erleben.

Die chronifizierte Stressreaktion des Körpers umfasst

  • Schwächung des Immunsystems
  • erhöhten Blutdruck und Blutzuckerspiegel
  • erhöhten Blutfettspiegel
  • verringerte Darmtätigkeit
  • erhöhte Muskelspannung
  • Störung des Tag-Nacht-Rhythmus (ein normaler Cortisol-Spiegel ist tagsüber hoch und nachts niedrig)

Sprich: Wer chronisch Stress hat, ist häufiger krank.

Stress auf kognitiv-emotionaler Ebene

Körperliche und psychische Stress-Reaktionen sind auf komplexe Weise miteinander verwoben. Sind es die Gefühle, die die Ausschüttung von Cortisol verursachen – oder wirkt das Cortisol umgekehrt auf die Psyche?

Wie herum auch immer: Erhöhte Cortisol-Spiegel gehen mit einer verringerten kognitiven Leistungsfähigkeit einher. Aus Beobachtungsstudien weiß man zum Beispiel, dass Kinder, die zuviel Cortisol haben (etwa, weil sie in instabilen Verhältnissen leben), langsamer sprechen lernen und allgemein schlechter lernen. Das gilt auch für Erwachsene: Wer gestresst ist, ist geistig nicht auf der Höhe, kann sich schlechter konzentrieren, ist weniger kreativ und hat ein herabgesetztes Merk- und Erinnerungsvermögen.

Typische Emotionen, die aus der negativen Bewertung des Stresserlebens resultieren, sind Unzufriedenheit, Angst, Ärger, Niedergeschlagenheit, Schuld- und Unzulänglichkeitsgefühle, Gefühle von Kontrollverlust und Überforderung. Aber ein Gutes haben die negativen Gefühle, denn sie sind häufig der Anlass sich Unterstützung zu suchen. 

Vom Stressor zur Stress-Reaktion

Aber warum haben denn nun in vergleichbaren Situationen manche die Ruhe weg, während andere mehr oder weniger das ganze Spektrum der Stress-Reaktionen am eigenen Leibe erleben? Eine Antwort versuche ich im nächsten Beitrag – dann wird es um persönliche Stressverstärker gehen.

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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