Sie schöpfen Ihre Möglichkeiten bis ins Letzte aus und leben am Rand des Machbaren. Trotzdem sind Sie mit Ihrer Bilanz nicht zufrieden. Bedeutet das zwangsläufig, Sie sind Burnout-gefährdet? Das sprichwörtliche "Leben in vollen Zügen" würde wohl niemand als Burnout-Risiko benennen.

Und für manche(n) bedeutet Leben in vollen Zügen auch "Arbeiten in vollen Zügen". Eine Lebensaufgabe, eine Sinn stiftende Arbeit, die (fast) jede wache Minute ausfüllt - das kann und darf auch einer der Wege sein, ein gutes Leben zu führen. Auch jemandem, der mit Liebe und Herzblut bei der Sache ist, kann die Motivation in der Flut der täglichen To-Dos vorübergehend einmal verloren gehen. Lustlos oder unzufrieden ist jeder dann und wann. Wichtig ist, die Zeichen richtig zu deuten, die wirklich auf eine sich anbahnende Krise hinweisen.

Die Person hinter der Persona

Das kann für Menschen, die tatsächlich Burnout-gefährdet sind, schwieriger sein, als es sich anhört. Sie sind häufig ohnehin nicht gerade in bestem Kontakt mit ihren Emotionen. In ihrer inneren Landschaft dominieren Werte wie Pflichterfüllung, Gebrauchtwerden oder Durchhalten. Gefühle, die andeuten, dass hinter der kompetenten, leistungsfrohen Persona eine andere Person verborgen ist, werden erfolgreich verdrängt, als Unzulänglichkeits- oder Versagensvorwurf nach innen oder in Form von Wut und Gereiztheit nach außen gerichtet.

Sinnkrisen, Ängste, körperliche Symptome

Natürlich gibt es kein Patentrezept, aber generell gilt: Langandauernde Sinnkrisen, ausgeprägte Ängste, den Anforderungen nur unzulänglich gewachsen zu sein, oder permanente Motivationslosigkeit und Erschöpfung sollten Sie zum Anlass nehmen sich zu fragen, welche Bedürfnisse Sie vernachlässigt haben.

Aber gerade Führungskräfte haben ihre Emotionen eben oft ein bisschen zu gut "im Griff". Daher sind körperliche Symptome manchmal die verlässlicheren Indikatoren dafür, dass die Erfolgsgeschichte nicht immer die ganze Geschichte ist. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Kreislaufprobleme - dahinter steckt oft nicht die sorgenvoll vermutete bedrohliche Erkrankung, sondern möglicherweise einfach Erschöpfung. 

Warnzeichen ernstnehmen

Wer Gefühle und körperliche Zeichen psychischer Überforderung richtig deutet und als Frühwarnsystem nutzt, ist auf jeden Fall im Vorteil. Hilfreich kann es sein diesen Deutungsprozess nicht nur mit sich selbst, sondern mit einem beteiligten Gegenüber zu erleben. Wer es schafft, den Kontakt nach innen herzustellen, sich selbst wieder ernst(er) nimmt und sein Frühwarnsystem richtig einzuschätzen weiß und daraus auch Konsequenzen ableitet, schafft es vielleicht auch aus eigener Kraft. In meinem nächsten Beitrag geht es  darum die eigenen Ressourcen zu stärken und bei der Gelegenheit unförderliche Glaubenssätze zu hinterfragen.

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Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 750 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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