Ikigai

Ikigai oder das, wofür es sich zu leben lohnt

Was uns morgens aus dem Bett treibt: Japaner nennen es Ikigai.

Nein, Ikigai ist nicht die japanische Vokabel für Wecker. Der Begriff setzt sich aus den japanischen Wörtern für „Leben“ (iki) und „Wert“ (gai) zusammen, bedeutet also soviel wie „Lebens-Wert“.

Was macht ein gelungenes Leben aus?

Die Frage nach den Grundlagen und Voraussetzungen eines persönlich sinnvollen Lebens wurde und wird selbstverständlich auch in westlichen Gesellschaften gestellt – aber sie ist keine wirklich zentrale Frage unserer Kultur. Der ernsthaften Beschäftigung mit ihr haftet in manchen Augen durchaus etwas Pubertäres, Verspieltes, vage Unseriöses an – und viele Lebenswege scheinen sich doch eher um andere Fragen zu drehen: etwa materielle Absicherung, Anerkennung, Pflichterfüllung, Konvention. 

In Japan hat das intensive Nachdenken darüber, was das Leben sinnvoll macht, eine lange Tradition. Ikigai als Konzept beschreibt den glücklichen Zusammenklang von Leidenschaften, Fähigkeiten, Wohlstand und äußerer Anerkennung, der, realistisch gesehen, ein gelungenes Leben ausmacht. Ganz unbedeutend sind die oben angerissenen Lebensfragen eben doch nicht – aber sie müssen in ihrer Gesamtheit berücksichtigt und beantwortet werden. Tun, was uns gefällt – tun, was wir gut können – Geld verdienen – einen auch von anderen geschätzten Beitrag leisten: Ikigai liegt exakt dort, wo diese vier Facetten zur Deckung gebracht werden. 

Wichtig: Ikigai ist das erfüllte Tätigsein in der Welt – es handelt sich also keineswegs um eine fernöstliche Philosophie des spirituell angereicherten Nichtstuns.

Ikigai und Lebenserwartung

Der aktive Fokus auf Ikigai wird als einer der möglichen Gründe für die im weltweiten Vergleich außerordentlich hohe japanische Lebenserwartung gehandelt. Es gibt mittlerweile auch jenseits von Japan Studien und Erhebungen, die einen engen Zusammenhang finden zwischen Gesundheit und Lebenserwartung und der Überzeugung, ein sinnvolles Leben zu führen bzw. sinnstiftend zu arbeiten: Wer sein Leben und Tun als sinnhaft wahrnimmt, leidet nicht nur seltener an psychischen Beschwerden, sondern ist auch körperlich eindeutig gesünder: Rückenschmerzen, Infektionskrankheiten, Magen-/Darmprobleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten bei Menschen mit guter Sinnpassung im Job wesentlich seltener auf als bei denen, die in ihrer Arbeit keinen Sinn erkennen können.

Warten auf die Rente ist kein Lebenssinn!

Wir sind nach wie vor eine Gesellschaft, in der Arbeit eine zentrale Rolle spielt – ein sinnvolles Leben nach dem Ikigai-Prinzip ist demnach nicht möglich, wenn wir mit unserem Job zutiefst unzufrieden sind.

Wenn Sie in dem, was Sie tun, Freude finden, wenn Sie gut darin sind, dafür anerkannt werden und davon leben können: Glückwunsch – Sie haben Ihr Ikigai schon gefunden. Wenn nicht, bietet das Ikigai-Konzept wunderbare Coaching- und Selbstcoaching-Tools, die Ihnen beim Nachdenken darüber helfen können, wie Sie im Job und im Leben Erfüllung finden.

Wer sich Zeit nimmt, die vier Facetten von Ikigai

  • Was ich gut kann
  • Was ich gern tue
  • Womit ich Geld verdienen kann
  • Was die Welt braucht

zunächst einzeln ganz in Ruhe zu durchdenken, steckt schon mitten in einem intensiven und fruchtbaren Erkenntnisprozess. Letztlich geht es darum, die Schnittmenge Ihrer Antworten auf die vier Fragen zu finden. Die liegt nicht immer auf der Hand. Visuellen Typen hilft vielleicht das An- und Umordnen von Post-Its, andere schreiben Tabelle um Tabelle, brüten im Stillen – oder legen das Thema einfach mal einen Moment beiseite und lassen ihr Gehirn unbeaufsichtigt weitermachen. Irgendwann haben Sie die Lösung – und die ist oft ebenso einfach wie verblüffend.

Ikigai gefunden – und jetzt?

Die Konkretisierung und Umsetzung Ihres neuen Lebensplans ist dann die nächste Aufgabe – und keine unbedeutende! Wenn Sie Fragen haben oder sich jemanden wünschen, der diesen Prozess begleitet: Ich bin für Sie da und habe schon viele berufliche Veränderungsprozesse begleitet.

Sprechen Sie mich gerne an oder vereinbaren einen Termin in meinem Onlinekalender für ein erstes virtuelles Kennenlernen.

Lesen Sie auch: