Wer die Welt als sinnhaft und sich selbst in Selbstverantwortung wahrnimmt, ist psychisch stabiler als jemand, der sich in der Opferrolle eingerichtet hat. In meinem letzten Beitrag ging es um emotionale Resilienz-Faktoren. Hier soll es nun um verfestigte Muster im Denken gehen.

Glaubenssätze können lähmen oder aktivieren

Unsere persönlichen Einstellungen zu unserem Beruf, zu Geld oder auch ganz anderen Themen prägen unsere Sicht auf die Welt. Mit dem Glaubsenssatz "Arbeit bereichert mich und andere" lebt es sich sicherlich anders als mit der Einstellung "Arbeit ist ein notwendiges Übel". Das ist einerseits völlig normal – andererseits können solche Muster unsere Handlungsmöglichkeiten unbewusst einschränken.

Glaubenssätze, wie zum Beispiel “Alles muss man selbst machen”, “Konflikte sollte man besser vermeiden” halten wir gern für der Weisheit letzten Schluss – einer hinterfragenden Analyse halten sie aber meist nicht unbeschädigt stand. Das ist insofern befreiend, als dass es uns gestattet, unsere Glaubenssätze selbst zu wählen: Wenn schon Glaubenssätze, dann vielleicht lieber solche, die förderlich für uns sind.

Kontrollüberzeugung und Selbstwirksamkeitserwartung

Resiliente Menschen sind überzeugt, dass sie ihre eigene Lage (negativ wie positiv) beeinflussen können, dass ihre Situation das Ergebnis ihrer Handlungen ist. Psychologen sprechen von Kontrollüberzeugung und Selbstwirksamkeitserwartung.

Zu den hinderlichsten Glaubenssätzen gehören solche, die sich gegen die Kontrollüberzeugung richten beziehungsweise die Selbstwirksamkeit oder Eigenverantwortung in Frage stellen und so ein Gefühl des Ausgeliefertseins erzeugen. Meinungen wie “Man kann ohnehin nichts ändern” oder “Nach meiner Meinung fragt ja keiner" wurzeln oft  in der persönlichen Geschichte und können daher extrem hartnäckig sein. Der erste Schritt zu einer Veränderung ist aber bereits, diese Überzeugungen als das zu identifizieren, was sie sind: keine in Stein gemeißelten Wahrheiten, sondern selbst gewählte Interpretationen.

Im Coaching geht es häufig um genau diese Erkenntnis. Zu sehen, dass Ereignisse, die Sie in Situationen, die Sie bislang für unvermeidlich gehalten haben doch mehr Einflussmöglichkeiten hatten als bisher gedacht. Zu sehen, dass es mehr Wahl- und Handlungsoptionen gibt, wenn Sie bereit sind Ihre Glaubenssätze zu hinterfragen, schafft neue Speilräume.

Ähnlich verhält es sich mit Erfolgen und positiven Ereignissen. Es macht einen Unterschied zu denken "einfach nur Glück gehabt" oder "ich habe hier etwas bewirkt". Sich vor Augen zu führen, dass Sie etwas zu Ihrem Erfolg beigetragen haben, verstärkt die Selbstwirksamkeit ebenso.

Optimismus: Hier laufen viele Faktoren zusammen

Realistischer Optimismus ist einer der offensichtlichsten Resilienz-Faktoren. In Krisen und schwierigen Situationen rechnen resiliente Menschen eher mit einem guten Ausgang – oder gehen zumindest davon aus, dass sie zurechtkommen werden, egal was geschieht. Sie geben weniger schnell auf, suchen länger nach Lösungen. Sie fallen aber auch nicht in ein tiefes Loch, wenn absehbar wird, dass sich die gewünschten Ergebnisse nicht einstellen: Schließlich ist morgen auch noch ein Tag, und die Kontrolle über ihre Interpretation des Geschehenen bleibt ihnen in jedem Fall.

Am Optimismus wird besonders deutlich, wie eng viele Resilienz-Faktoren zusammenhängen: Akzeptanz und Gelassenheit, positive Selbstwahrnehmung und Kontrollüberzeugung beeinflussen natürlich auch unseren Blick auf das Kommende. 

Wie blicken Sie selbst in die Zukunft? Zählen Sie sich eher zu den resilienten oder weniger resilienten Menschen? Wo sehen Sie am ehesten den Hebel für eine gewünschte Veränderung?

In meiner nächsten Blogreihe geht es um das Thema Perfektionisms. Darauf freue ich mich schon ganz besonders, denn in der Arbeit mit meinen Klienten und auch in meinem eigenen Leben stoße ich immer wieder auf das Thema und seine zahlreichen Variationen. 

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 500 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

Sie haben weitere Fragen? Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.