Ähnlich wie beim Coaching ist auch in der Supervision das Gespräch das Mittel zur Erkenntnis, die Beziehung zum Supervisor/Coach entscheidend für die erfolgreiche Arbeit. Supervision ist allerdings etwas älter als Coaching.

Supervision: Beratungsformat für Therapeuten und Sozialarbeiter

Zunächst informell, später strukturell eingebunden, war die kollegiale Supervision bereits seit Freuds Mittwochsgesellschaft fester Bestandteil der Ausbildung zum Psychoanalytiker oder tiefenpsychologischen Psychotherapeuten: Zentral sind fachlicher Austausch mit, Förderung und Kritik durch erfahrene Kollegen, Reflexion des eigenen Verhaltens, Erkennen und Bearbeiten von emotionalem Ballast, der die therapeutische Arbeit mit den Patienten belastet.

Eine weitere Wurzel hat Supervision in der amerikanischen Sozialarbeit der 1920er und 1930er Jahre. Supervision diente hier zunächst der administrativen Kontrolle, später zunehmend auch der Schulung und Begleitung von Sozialarbeitern. In die USA emigrierte einschlägige Spezialisten brachten den amerikanischen Standard ausgebildeter Supervisoren nach 1945 mit nach Europa zurück. Auch bei dieser Form der Supervision geht es darum, Berufsgruppen, die mit Menschen arbeiten (bald nicht nur Sozialarbeitern, sondern auch Erziehern, Sozialmedizinern oder Beratern) eine Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeit mit jemandem “vom Fach” kritisch zu reflektieren – und damit letztlich ihren Klienten besser helfen zu können.

Persönlichkeitsorientierte Supervision, leistungsorientiertes Coaching?

Die Supervisionsarbeit ist im allgemeinen stark durch psychotherapeutische Begriffe geprägt (zieht aber genauso wie Coaching eine deutliche Grenze zur regelrechten Psychotherapie) – in sozialen Berufen stehen Beziehungen zu Klienten im Vordergrund, entsprechend geht es um die Persönlichkeit des Supervisanden, um die Analyse seiner Beziehung zu speziellen Klienten, um Empathiefähigkeit, aber auch um Abgrenzung.

Dagegen stammt das Konzept des Coaching aus dem Personalmanagement in privatwirtschaftlichen Betrieben. Entsprechend geht es – zumindest historisch – in erster Linie um Leistung, um das Funktionieren in einem gewinn- und effizienzorientierten Umfeld. Neben psychologischen Kenntnissen benötigt der Coach auch Management- und betriebswirtschaftliches Wissen.

Die Unterschiede verschwimmen

Heute aber hat Supervision (zum Beispiel in Form von Leitungs- oder Teamsupervision) auch Einzug in Organisationen und Betriebe gehalten – und Coaching wird zunehmend zum Angebot an alle, die ihr Leben bewusster in die Hand nehmen wollen. Damit zeigen auch die Unterschiede zwischen beiden Formaten eine Neigung zum Verschwimmen.

Bei der Supervision geht es tendenziell eher um Emotionen und “Beziehungsarbeit”, beim Coaching um Führungsqualitäten, Ziele, Motivation und Leistungsfähigkeit. Aber Hand aufs Herz: Ohne Ziel und Motivation sind auch Sozialarbeiter und Therapeuten schlecht dran. Und auch im Umgang mit Mitarbeitern spielen Emotionen eine Rolle. Wer das reflektiert und bearbeitet, macht seine Arbeit besser – egal, in welchem Feld.

Ihre Coaching Expertin in Berlin

Über die Autorin Esther Kimmel (Coach DCV)

Seit 2009 arbeite ich als Coach in Berlin und habe seither mehr als 750 Coaching­prozesse begleitet. Zu meinen Lieblingskunden zählen Unternehmen sowie Einzelpersonen aus der kommunikativen und kreativen Branche.

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